Christoph Eisele, Darmstadt
Holz ist ein wunderbarer Stoff. Versuchen wir, den Mensch
und seine Entwicklung ohne Holz zu denken.
Wie
hätte er kochen sollen, wie ein Feuer zum Wärmen entfachen ?Wie
hätte er jagen sollen, ohne Speer und andere Waffen aus Hartholz ?
In den allermeisten Regionen unserer Erde war früher
ein Haus
ohne Bauholz kaum denkbar, auch wenn natürlich Steine vermehrt Verwendung
fanden, nachdem Werkzeuge aus Metall zur Bearbeitung zur Verfügung
standen. Boote und Schiffe waren aus Holz, ohne Bäume wäre Amerika
nicht entdeckt worden.
Werkzeuge in der Küche, Schüsseln,
Bast
für Verbindungen, Eichenrinde für die Gerberei, Harz, Teer und
Pech zum Abdichten, Holzschuhe, Mühlenräder, Räder für
Pferdewagen, Holzkohle zum Schmieden und Schmelzen, ja auch die meisten
Musikinstrumente waren vor allem aus Holz – all das lieferte der Wald.
Und Bücher und Zeitungen sind auch heute noch ohne Holz nicht vorstellbar – es wird noch lange dauern, bis die elektronischen Medien hier das Holz überflüssig machen.
Denken Sie auch an die Waldweide, die Ernährung (Nüsse, Kokosnüsse, andere Wadlfrüchte). Und der Wald ist auch das Ökosystem, auf das viele jagdbare Tiere angewiesen sind.
Diese Nutzung, die direkte Nutzung von Wald und Holz blieb
von ungeheurer Bedeutung bis etwa zum Ende des 18ten Jahrhunderts. Pro Person
wurden etwa 8 cbm Brennholz im Jahr verfeuert. Zur Herstellung von 1 to
Eisen wurden 50 cbm Holz zu Holzkohle verarbeitet. 1850 wird 75% des gesamten
geernteten Holzes pro
Jahr verbrannt, 1900 sind es dann nur noch 50%.
Holz wird mehr und mehr ersetzt durch Steinkohle, durch Erdöl, Gas, aber auch durch Elektrizität. Im Bau werden Balken ersetzt durch Stahlträger, Holzwände durch Hohlblocksteine, Beton wird immer wichtiger.
Dennoch: Heute wird weltweit mit einem Verbrauch von 1,7 kg Holz je Erdenbürger je Tag gerechnet. Ein 65jähriger verbraucht in seinem Leben also etwa 40 tons.
Aber nun bildet sich langsam ein Bewußtsein davon, daß der Wald auch ganz andere Qualitäten hat, die für das Überleben der Menschheit viel entscheidender sind als die simple direkte Nutzung von Holz.
Der Wald schenkt uns Wasser : Er filtert den Regen erst
über das Blätterdach und die Nadeln, dann im
Wurzelbereich, speichert es und gibt es langsam über Quellen wieder
ab. Die Blätter und Nadeln reinigen die Luft nicht nur von Staub, sondern
sie tauschen auch das Kohlnedioxyd gegen den für uns so wichtigen Sauerstoff:
1000 kg Holz binden 1851 kg Kohlendioxid und geben gleichzeitig 1392 kg
Sauerstoff an die Luft
ab.
Darüberhinaus verhindert der Wald die Entstehung von Stürmen oder er schützt vor Wind, verhindert den Abtrag von Muttererde, der Erosion.
Diese Leistungen des Waldes, die Erneuerung von Atemluft, dem lebensnotwendigen Wasser und dem Schutz des Mutterbodens übersteigen in der heutigen Welt bei weitem die Bedeutung für die Holznutzung.
Bisher haben die Menschen den Wald geerntet und das entnommen,
was von alleine
immer wieder nachgewachsen ist. Die in Deutschland im 18ten Jahrhundert
erfundene „Nachhaltigkeit“, derzufolge dem Wald im Jahr nur
so viel Holz entnommen werden darf, wie nachwächst, wurde weltweit
stillschweigend vorausgesetzt. Jetzt sieht es aber ganz schlimm aus: Tropenwälder,
deren Schutzwirkung unglaublich wichtig ist, verschwinden in rasendem Tempo.
Aber
auch in den großen Waldgebieten in Canada, in Russland beginnt kaum
ein ernsthaftes Gegensteuern, weil einfach mit Holz – vor allem für
die Papierherstellung – zu viel Geld gemacht werden kann. Dazu kommt
die Übervölkerung in den Steppengebieten Afrikas, wo bisher Brennholz
zum Kochen noch nicht ersetzt werden kann und bei weitem zu wenig nachwächst.
So dehnen sich die Wüsten Jahr für Jahr weiter aus.
Hier ist ein globales Problem und hier können wir etwas tun. Alle Menschen müssen wissen, wie sehr ihr Leben von gesunden Bäumen abhängt. Kinder müssen von klein auf lernen, die Bäume zu achten. Und wir können deswegen etwas tun, weil ein Baum, der ausgewachsen einen Wert haben mag von 1000 oder auch 10.000 .€, mal ganz klein anfängt und dann nur 50 cent oder weniger kostet (siehe "wie")
Buddha hat verlangt, dass jeder Mensch alle 5 Jahre einen
Baum pflanzen soll und in der Zwischenzeit die Pflege nicht vergessen darf.